♀♂ Das Galileo-Experiment: Verliebt nach 36 Fragen? Dating-Coach Mark Lambert klärt auf

10 fremde Männer sitzen 10 fremden Frauen allein gegenüber und müssen gemeinsam 36 Fragen beantworten, gefolgt von 4 Minuten ununterbrochenen Augenkontakts. Ziel des Experiments ist es herauszufinden, ob sich die Probanden mit Hilfe dieser Fragen ineinander verlieben, denn das sollen diese Fragen nach dem US-amerikanischen Psychologen Dr. Arthur Aaron genau tun. Doch kann das ledigliche Beantworten von 36 Fragen dazu führen, dass sich die Probanden ineinander verlieben könnten? Dating Coach Mark Lambert klärt auf.

Schau Dir hier das Galileo-Experiment an: Verliebt nach 36 Fragen?


Wie im Video von Galileo zu sehen und schon vom Psychologen Dr. Tobias Ruland erklärt folgen diese Fragen einer Struktur. Sie gehen von oberflächlich hinzu immer mehr Intimität. Ziel dieses Fragenaufbaus ist es, dass sich die Probanden einander öffnen, denn nur wenn sie sich der anderen Person öffnen können, können sie auch Gefühle entwickeln.

Notwendig ist dies häufig deshalb, da wir Menschen eine Persona tragen. Eine Persona ist ein Begriff aus der Psychologie, der vom Psychologen Carl Gustav Jung geprägt wurde. Sie ist eine soziale Schutzmaske, die wir alle aufhaben, wann immer wir im Kontakt mit fremden Menschen sind oder allgemein in Situationen, die uns fremd und unbehaglich sind. Die Persona schützt uns hierbei, indem wir uns nicht öffnen.

Die Struktur der Fragen sieht dabei vor, dass wir langsam diese Maske absetzen, um auf einer tieferen Ebene miteinander kommunizieren zu können, die ich die Deep-Level-Communication nenne.

Doch was ist der Sinn auf einer tieferen, persönlichen Ebene miteinander zu kommunizieren?

Im Experiment wird erwartet, dass aufgrund der Tiefe der Fragen sich die Probanden ineinander verlieben könnten. Ziel der Deep-Level-Communication ist es Gemeinsamkeiten zu finden und ein Vertrautheitsniveau aufzubauen. In der Psychologie nennt man dies Rapport. Rapport ist zwingender Bestandteil in einer funktionierenden Beziehung, denn es ist der Teil in uns, der uns sagt, dass die andere Person gut zu uns passt und wir ihr vertrauen können.

Und genau darauf zielen diese Fragen ab. Sie erlauben den beiden Personen einen tiefen Einblick in den Gegenüber und auf diese Weise Rapport aufzubauen.

Doch kann man sich über die Deep-Level-Communication ineinander verlieben?

Das ist die entscheidende Frage und die Antwort ist Jein.

Entgegen der Annahme des Experiments, dass die Fragen hierbei entscheidend seien, spielt ein ganz anderer Faktor hierein, auf den im Galileo-Experiment nicht eingegangen wird, nämlich dem, was zwischen den Zeilen passiert.

Während die Fragen darauf abzielen, dass die Personen sich einander öffnen und so Rapport aufbauen können, indem sie Gemeinsamkeiten erkennen und sich in die andere Person hineinversetzen können, wird der entscheidendste Faktor außer Acht gelassen, ob zwei Menschen sich ineinander verlieben – die Anziehung.

Anziehung ist das Gefühl, das uns nach der anderen Person gieren lässt… und das häufig entgegengesetzt jeglicher Logik. Ob wir nun dieselben Gemeinsamkeiten entdecken oder fühlen die andere Person gut zu kennen, ist hierbei irrelevant.

Anziehung geschieht unbewusst und äußert sich non-verbal. Im Videoexperiment macht der Körpersprachenexperte Stefan Verra mehrfach auf gewisse non-verbale Verhaltensweisen aufmerksam, die ein Indiz für Anziehung bzw. Abneigung sind.

Während das Ziel der 36 Fragen ist, dass die Probanden ihre Personas ablegen und Rapport aufbauen, zielen sie nicht darauf ab, dass die Probanden sich hierdurch zueinander hingezogen fühlen. Denn dafür sind ganz andere Faktoren entscheidend, die sich vielmehr durch die Art und Weise zeigen, wie sich derjenige selbst präsentiert und mit der anderen Person umgeht, was zu großen Teilen non-verbal geschieht. Eine US-amerikanische Studie fand hierbei heraus, dass die Wahrnehmung der anderen Person nur zu 7% verbal geschieht, 93% liegen auf der Tonlage und Körpersprache, anhand derer wir unbewusst zig Informationen über die andere Person verarbeiten und uns darauf aufbauend zu ihr hingezogen fühlen oder nicht.

Fazit zum Galileo-Experiment „Verliebt nach 36 Fragen?“

Die 36 Fragen haben keinen Einfluss darauf, ob sich eine Person in eine andere verliebt, denn hierzu benötigt man das Gefühl der Anziehung, das einen nach der anderen Person gieren lässt. Die 36 Fragen zielen jedoch darauf ab, die eigene Schutzmaske abzulegen und so Rapport, ein Vertrauensverhältnis, aufzubauen, was ebenfalls wichtiger Bestandteil in jeder funktionierenden Beziehung ist. Ob es nun genau diese 36 Fragen sind, ist hierbei irrelevant.

Die Beantwortung der gewählten Fragen sind jedoch ein Mittel, anhand derer sich Anziehung im Gegenüber auslösen lässt, was jedoch viel weniger vom Inhalt der Beantwortung der Fragen abhängt, als von der Art und Weise, inwiefern derjenige hierbei die Faktoren der Anziehung ausstrahlt und seinen Gegenüber hiermit erreicht.

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